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Tag 20 (und 21): Über den Skagerrak nach Dänemark

Das Ende unserer Reise ist (leider) in Sicht.

Heute wollen wir zuerst Kristiansand erreichen. Wenn wir gut vorwärtskommen und dort eine Fähre erwischen, kommen wir heute noch nach Dänemark.

Die Fahrerei ist im Süden Norwegens nicht mehr ganz so aufregend, dafür gibt es viel Verkehr.

Um zügig voran zu kommen, entscheiden wir uns für die Europastrasse 39.

Der Verkehr wird immer dichter, bis er schließlich ganz zum Erliegen kommt – ein Verkehrsunfall ist vor uns. Und es ist noch 1 Kilometer bis zum dringend benötigten Rastplatz.

Warum ist der Rastplatz dringend? Ganz einfach: In Norwegen zeigt man keine Gnade für Wildpinkler. Für das Wildpinkeln werden Bussgelder bis zu 100 EUR verhängt. Also was tun, die paar Kilometer durch den Wald bis zum nächsten Fjord oder sollte man es einfach darauf ankommen lassen? Kurzum: es ging gut aus…

Gegen 15:00 Uhr erreichen wir Kristiansand und folgen den Hinweisschildern zum Hafen. Offenbar haben wir Glück, man kann schon Tickets nach Hirtshals (DK) kaufen. Wir sind nicht die Einzigen, die dort hinwollen, der Andrang ist sehr groß.

Kristiansand, Bikertreffen am Hafen

Internationales Bikertreffen im Hafen von Kristiansand, Norwegen

Als wir auf die Wartespur einkurven, ist die Überraschung groß, die Schotten und die Spanier (Lofoten, Polarkreis, Preikestolen usw.) sind schon da! Wir sind alle begeistert und fallen uns in die Arme. Das Wiedersehen ist emotional und die internationale Begegnung ist lustig. Erinnerungsfotos werden geschossen und wir tauschen Erlebnisse aus.

Die Überfahrt mit dem Tragflügelschiff „SuperSpeed“ über die Meerenge des Skagerrak wird ca. 3 Stunden dauern. Das Schiff erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von knapp 50 km/h.

Nun ist Zeit sich zu entspannen, die Füsse werden hochgelegt, das Bordrestaurant lernt uns auch noch kennen.

Wir fassen den Entschluss, heute noch bis Samsø durchzufahren, wo unsere lieben Ehefrauen sehnsüchtig auf uns warten. Wir haben uns schließlich seit 3 Wochen nicht gesehen.

Gegen 19:00 Uhr erreichen wir Hirtshals und verabschieden uns sehr herzlich von den Weggefährten, von denen wir bis vor kurzem nichts wussten und die wir nun vermissen werden.

Die Zeit läuft, denn die letzte Fähre nach Samsø verlässt Hou um 22:00 Uhr. Wir haben noch 235 Kilometer vor uns, das müsste zu schaffen sein. Allerdings müssen wir noch tanken und die Geschwindigkeitsbeschränkungen in Dänemark beachten.

Je länger wir fahren und je vorgerückter die Stunde, desto größer werden die Toleranzwerte zur erlaubten Höchstgeschwindigkeit. Als uns kurz vor dem Hafen in Hou die ersten Autos entgegen kommen, sehen wir ein, das wird nix… Als wir am Hafen ankommen, ist die Fähre weg. Es ist alles dunkel und verlassen, der Letzte hat das Licht ausgeknipst. Es ist alles geschlossen, es gibt nichts zu essen und zu trinken, es gibt keine Unterkunft…?! Lediglich Buswartehäuschen stehen zur Verfügung.

Wir halten Ausschau nach etwas, das schwimmt und uns und die Motorräder zur Insel Samsø trägt.

Da wir dabei keinen Erfolg haben, lösen wir Tickets für die Überfahrt am nächsten Tag, morgens um 7:00 Uhr. Dabei entdecken wir, dass die Wartehalle des Fährbüros eine attraktive Unterkunft für die Nacht darstellt. Welch ein Luxus! Sie ist beheizt, bietet eine Toilette und eine Videoüberwachung!

Aufenthaltsraum des Fährbüros in Hou (DK)

Aufenthaltsraum des Fährbüros in Hou (Dänemark)

Nachdem wir uns häuslich niedergelassen haben, bereiten wir unser üppiges Abendmahl zu. Ein mittelgroßes Stück Käse wird zu unserer Vorspeise. Zum Hauptgericht servieren wir eine Packung Kochschinken verfeinert mit Nougatcreme aus der Tube. Dazu kredenzen wir Leitungswasser. Der krönende Abschluss ist das Dessert, bestehend aus Fishermans Friend mit Fishermans Friend und Fishermans Friend… Auf den Mokka verzichten wir dankend. Die Nacht wird lang, oh Mann, sind wir fertig!

Eine Nacht bei Samsø Rederi in Hou

Eine Nacht bei Samsø Rederi in Hou (Dänemark)

Unsere sorgfältige Reiseplanung lässt uns auf solche Geschicke des Reiseverlaufs gelassen reagieren. Wir bauen unsere portable Heimkinoanlage auf und geniessen 2 wunderbare Spielfilme:

Bei Sonnenaufgang stehen wir bereits als Erste auf der Wartespur und begrüßen alle Ankommenden. Die Überfahrt nach Samsø dauert eine Stunde. Vom Hafen in Saelvig ist es nur noch ein Katzensprung bis zu unseren Lieben.

Ankunft am Ferienhaus in Samsoe (DK)

Jürgen (BMW R100R) und Jochen (Honda VTX 1800-R), kommen nach über 7000 Kilometern Fahrt am Ferienhaus in Samsø, Dänemark an

Der Rest unserer Reise ist privat. Nun machen wir eine Woche Inselpause und reißen die restlichen 700 Kilometer zurück nach Hilden in einem Rutsch ab.

Wir danken unseren Familien, dass sie uns diese Reise ermöglicht und uns so tatkräftig bei den Vorbereitungen unterstützt haben.

Wir danken Ihnen, liebe Leser, dass Sie Zeit für uns hatten und auf unserer Reise dabei waren. Vielleicht begleiten Sie uns auch auf unserer nächsten Reise? Pläne haben wir bereits…

Das war die heutige Route:

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