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Tag 16: Trollstigen und Geiranger

Der ursprüngliche Plan, am Trollstigen Camping einzuchecken, funktionierte nicht, da dieser ausgebucht war. Auf der Atlantikstrasse badeten wir noch im Sonnenschein, nun stecken wir wieder im Regen und suchen eine Bleibe für die Nacht. Mit Hilfe von Navigon und Telefon finden wir eine Hütte bei Saltkjelsnes Camping in Umgebung des Trollstigen.

Bei der Fahrt dorthin haben wir wieder das Glück, ein weiteres Beispiel norwegischen Tunnelbaus zu erfahren. Der Tunnel quert einen Fjord und ist noch im Baustadium. Nach Einfahrt in ein dunkles Loch führt der Weg tief und tiefer hinab. Es ist feucht und die wenigen Lampen verteilen Dunkelheit statt Licht. Die Fahrbahndecke ist nicht erkennbar, rein gefühlsmäßig aber sehr uneben und von tiefen Rillen durchzogen. Man tastet sich vorwärts und fährt wie auf Eiern. Die Wände wirken, als seien sie grob aus dem Fels gebrochen. Während der Fahrt unter dem Fjord begegnen wir keinen Höhlenorks, rechnen aber damit, Zaubersprüche an Portalen verwenden zu müssen.

Der Morgen beginnt wieder feucht. In strömendem Regen beladen wir die Motorräder. Im nächsten Ort wird getankt und los geht’s zur Bezwingung des Trollstigen!

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Trollstigen

Die 11 Haarnadelkurven mit bis zu 9 % Steigung und gut 400 m Höhendifferenz zwischen der Passhöhe und der Talsohle wollen bewältigt werden. Und… viele andere haben dasselbe vor. Die Fahrt im Nebel hinauf läuft dann nicht so zügig, wie gedacht. Wir teilen uns die Fahrspur mit zahllosen Autos, Wohnmobilen und Bussen. Sogar Fahrräder sind unterwegs.

Zurücksetzende Busse, unvermittelte Bremsmanöver von unsicheren Autofahrern, insbesondere vor Engpässen, und Bremsmanöver von Fahrern, die bei der Überfahrt über die Stigfossen-Brücke lieber den Wasserfall als die Straße betrachten, sind nicht ungewöhnlich, sondern Normalität.

Schliesslich sind wir überrascht, plötzlich oben angekommen zu sein und verpassen im Nebel fasst die Einfahrt zum Parkplatz. Der Ausblick könnte ohne Wolken wirklich gut sein…

"Jochen In The Sky"

„Jochen In The Sky“

Über eine Hochebene geht es an Schneefeldern vorbei fast 100 km weiter zum Geirangerfjord. Bereits von der Strasse aus haben wir die Möglichkeit, den Fjord und die Wasserfälle  in seiner ganzen Schönheit und Beliebtheit zu erleben.

Geiranger

Geiranger

Nach einer spektakulären Serpentinenabfahrt gelangen wir in den Ort Geiranger und sind dermaßen vom Schickimicki und dem ganzen Drumherum beeindruckt, dass wir nicht auf dem Campingplatz im Ort verweilen, sondern sehr eilig weiterreisen, um einen anderen Ort für unser Nachtlager aufzusuchen. Ein Sankt Moritz hatten wir nicht erwartet…

Spektakulär geht es auch wieder hinauf in schwindelnde Höhen, in Haarnadelkurven und Steigungen, die im ersten Gang gefahren werden, durch Tunnel, durch Wasser und Nebel, vorbei an Eis und Schnee, auf und ab, bis wir schließlich müde unsere Hütte am idyllischen Strynvatnet erreichen. Wir sind zwar heute mit rund 175 km nicht weit gefahren, dennoch war dies einer der anstrengendsten und anspruchsvollsten Fahrtage unserer Reise.

Strynvatnet

Strynvatnet

Morgen werden wir unsere Fahrt in den Süden Norwegens fortsetzen.

Das war unsere heutige Route:

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